Weltbeste Spaghetti Bolognese

Erinnert ihr Euch noch an den weltbesten Karottenkuchen? Letzte Woche hatte ich wieder so ein „Wow-Erlebnis“, und zwar mit der weltbesten Spaghetti Bolognese! Ehrlich gestanden gab es früher bei uns zu Hause Spaghetti mit Knorr Fix, was für mich damals als Kind oberlecker war. Aber hat man einmal im Leben diese Spaghetti Bolognese probiert, möchte man nie nie niemals wieder irgendeinen Fix-Kram essen. Ein sehr wichtiger Bestandteil der Bolognese ist das Soffritto, dass aus Karotten, Staudensellerie, Zwiebeln und Fett (Butter und/oder Öl) besteht. Beim Dünsten des Gemüses ist es sehr wichtig, dass es keine Farbe annimmt, aber trotzdem leicht köchelt, damit sich die Aromen gut entfalten können. Ich habe den Regler der Herdplatte auf 2 – 3 von 10 gestellt. Als Fleisch eignet sich am Besten Rinderhack, da es nicht so viel Wasser lässt wie gemischtes Hack oder Schweinehack. Wichtig ist, dass das Fleisch eine gute Qualität hat. Wir kaufen es immer frisch vom Fleischer unseres Vertrauens.

Nun kommen wir zu den Tomaten. Wer glaubt, eine Bolognese müsste in Tomatensauce schwimmen, liegt falsch. Die Tomaten sollen nur etwas Säure und Farbe in die Bolognese bringen. Dafür lege ich Euch Pomìto passierte Tomaten* ans Herz. Diese nehme ich auch immer für Spaghetti mit Tomatensauce. Durch die Peproncini bekommt die Sauce eine tolle Schärfe. Aber das Wichtigste überhaupt ist die Zeit, die ihr in diese Bolognese investieren solltet. Unter 3 Stunden köcheln läuft da gar nix, besser sind 5 Stunden. Während dieser Zeit nimmt die Sauce herrliche Aromen an und das Fleisch wird wunderbar zart. Zwischendurch immer mal wieder umrühren und schauen, dass nichts anbrennt. Wir haben am ersten Tag (der Ausruf vom Sofa lautete: „Wann ist das Essen endlich fertig?“) die Bolognese schon nach einer Stunde gegessen und ich war gespannt, wie sie am 2. Tag schmecken würde. Ich hatte sie am ersten Tag 4 Stunden köcheln lassen und am nächsten Tag noch mal 1 Stunde. Die Aromen haben sich noch mehr entfaltet und die Sauce schmeckte intensiver. Der Lieblingsmann war schon genervt von meinen „Hmmmmmms“ und „Oh, ist das der Oberknaller“. Ich kann das sehr gut, wenn ich etwas richtig richtig lecker finde!

ZUTATEN WELTBESTE SPAGHETTI BOLOGNESE (4 PERSONEN):

1 kg Rinderhackfleisch
100 g Butter
etwas Olivenöl
4 Karotten
3 Stangen Stangensellerie
2 große Zwiebeln
ca. 150 ml Weißwein
ca. 500 ml Milch
500 g Pomìto passierte Tomaten*
3 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten
3 Peproncini, in dünne Ringe geschnitten
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
600 – 700 g Spaghetti
Parmesan nach Belieben
Petersilie zum Dekorieren

ZUBEREITUNG:

Für das Soffritto die Zwiebeln und Karotten schälen und in ganz kleine Stücke schneiden. Den Staudensellerie waschen und ebenfalls in ganz kleine Stücke schneiden. Die Butter mit dem Olivenöl in der Pfanne erhitzen und das Gemüse dazugeben und nun alles zusammen zugedeckt auf kleiner Hitze ca. 30 Minuten garen. Zwischendurch immer mal wieder umrühren. Das Gemüse darf keine Farbe annehmen. Währenddessen das Rinderhackfleisch in einer großen beschichteten Pfanne auf hoher Temperatur in etwas Olivenöl krümelig und leicht gebräunt anbraten. Da 1 kg nicht gerade wenig ist, kann man das Fleisch auch in 2 – 3 Etappen anbraten. Mit Weißwein ablöschen, die Milch dazugeben und aufkochen lassen. Nun die passierten Tomaten hinzugeben und erneut aufkochen lassen. Zum Schluss das Soffritto unterrühren und den Knoblauch sowie die Peperoncini zur Bolognese geben. Nun muss das Ganze seeeeeeeehr laaaaaange auf kleiner Flamme köcheln. Ideal wären 5 Stunden. Danach gut mit Meersalz und Pfeffer würzen. Spaghetti nach Packungsanweisung al dente kochen. Die Bolognese auf die Spaghetti geben und mit geriebenem Parmesan und Petersilie bestreuen.

 Buon Appetito!

Die Bolognese-Sauce kann man bestimmt auch gut einfrieren, bei uns war sie allerdings nach 2 Tagen alle und ehrlich gesagt könnte ich jetzt auch schon wieder welche essen. Hätte ich eine größere Pfanne, würde ich das nächste Mal gleich 2 kg Fleisch machen. Und nächstes Mal werde ich Rotwein statt Weißwein ausprobieren. Mal schauen, ob das einen geschmacklichen Unterschied macht. Und jetzt los, macht Euch an die Arbeit! Die 5 Stunden vergehen doch wie im Flug…

Nadine

*Affilatelink

Zusatz vom 10.12.14:
Hier eine Antwort, die ich von einem waschechten Italiener erhalten haben. So werde ich es das nächste Mal zubereiten.
„Sorry, es ist alles korrekt bis auf die Pomito Tomaten.
Ich empfehle: sehr gutes Olivenöl und nur die besten Tomaten, und zwar San Marzano. Auch auf den Brühwürfel sollte man lieber verzichten. Soffritto und das Fleich mit Weißwein oder Rotwein ablöschen. 4 Basilikumblätter.
Zum Abschluss eine Messerspitze „La Saporita“ Gewürzmischung.

Jetzt habe ich das Geheimrezept der Italiener verraten!
Ich werde geköpft!

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