Südtirol Special Teil VI – Drei Zinnen

Eingekuschelt in eine warme Decke sitze ich zu Hause und schwelge in Erinnerungen. Erinnerungen an einen Wanderurlaub, wie er schöner nicht hätte sein können. Und ich bin ganz traurig, dass wir heute schon beim letzten Südtirol Special angelangt sind. Dafür aber habe ich ein wirkliches Highlight und ein absolutes MUSS für jeden Wanderer: Die Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo)! Ich kann mich noch gut erinnern, als Regine und ich im Rosalpina angekommen waren und wir die Wandertouren besprochen haben. Ganz oben auf der Liste stand dieses zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Dreigestirn. Ohne Wanderung um die Drei Zinnen würden wir die Heimreise nicht antreten. Am Tag vor unserer Abreise sollte es soweit sein. Das Wetter verhieß nichts Gutes, aber von so einem bisschen Regen ließen wir uns nicht abschrecken. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, so unsere Devise. Und an guter Kleidung mangelte es uns nicht.

Vom Moosmair mit dem Auto gestartet, sind wir nach knapp 1 1/2 Stunden auf 2.333 m beim Parkplatz der Auronzo Hütte (auf italienisch: Rifugio Auronzo) angekommen. Vorher mussten wir eine gebührenpflichtige Mautstraße passieren (PKW: 24 EUR, Motorräder: 12 EUR, Stand 2015). In diesen Gebühren ist der Parkplatz inklusive. Trotz des nicht allerbesten Wetters war der Parkplatz brechend voll und wir haben uns in die letzte Ecke gequetscht. Zur Hochsaison muss hier oben mit Wartezeiten gerechnet werden. Dafür aber wird man belohnt mit einer grandiosen Aussicht auf die Dolomiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sofort mit der Wanderung starten kann und nicht noch etliche Höhenmeter überwinden muss.

Kaum hatten wir die Autotüren aufgemacht, kam uns ein Wind entgegen, der es in sich hatte. Dick eingemummelt nahmen wir die Wanderroute Nr. 105. Unser Ziel: Die Dreizinnenhütte. Als Erstes aber kamen wir über die Westseite der Drei Zinnen an kleinen smaragdgrünen Miniseen vorbei sowie an der Langalm, an der wir eine kurze Pause einlegten. Dieser Ausblick auf diese mondartige Landschaft war einfach unbeschreiblich schön! Die Drei Zinnen hatten wir von nun an immer rechts im Blick.

Nach einem ziemlich steilen Abstieg und einem ebenso steilen Aufstieg lag die Dreizinnenhütte auf 2.438 m in Ihrer vollen Pracht vor uns. Was freuten wir uns auf eine warme Mahlzeit, nachdem dort hoch oben der Wind mehr denn je Pfiff. Seit 66 Jahren wird die Dreizinnenhütte von der Familie Reider geführt und steht im Eigentum der Sektion Padua des Italienischen Alpenvereins. Die Speisekarte ist prall gefüllt mit den verschiedensten Leckereien. Ich habe mich für Penne Bolognese und eine Holunderblütenschorle entschieden. Wenn es auch etwas mehr Sauce bei der Bolognese hätte sein können, war das Gericht geschmacklich doch sehr lecker. Die Dreizinnenhütte hat nur während der Sommermonate Juli, August und September geöffnet, da die restlichen Monate zu viel Schnee liegt, um die Versorgung der Hütte zu gewährleisten.

Nach unserer Stärkung traten wir den Rückweg auf dem Wanderweg Nr. 101 über das Rifugio Lavaredo zum Rifugio Auronzo an. Mittlerweile hatte es sich so geleert, dass wir fast die einzigen Wanderer zu sein schienen. Kein Wunder, denn langsam setzte der Regen ein. Aber so kamen auch endlich einmal unsere Regenponchos zum Einsatz, die wir bisher nicht gebraucht hatten. Wir hatten allerdings Glück, denn nach ein paar Minuten hörte es schon wieder auf zu regnen und wir konnten die Aussicht auf die Drei Zinnen bis zum Schluss genießen.

Diese Sommer-Rundwanderung um die Drei Zinnen war wirklich ein krönender Abschluss unseres Südtirol-Urlaubes und mit nichts zu vergleichen. Wie in dem Link oben beschrieben, kann man die Wanderung auch mit der 101 beginnen und mit der 105 beenden. Diese ca. 10 – 12 km lange Wanderung ist gut in 4 – 5 Stunden (inkl. Pause) zu schaffen. Man muss zwar 2 – 3 steile Auf- und Abstiege meistern, aber dafür wird man mit atemberaubenden Ausblicken belohnt.

Auf unserem Rückweg nach Ahornach sind wir noch an einem wunderschönen See vorbeigekommen und durften Jungkühen beim Raufen zuschauen. Verliebt habe ich mich dabei in diese grau-braune Kuh mit Ihrem samtigen Fell. Sagt doch mal, ist die nicht süß? Wäre der Elektrozaun nicht gewesen, hätte ich sie wohl mitgenommen. So sehen glückliche Kühe aus!

Ich hoffe, dieses kleine Special über Südtirol hat euch gefallen! Beim nächsten Reisespecial geht es weiter mit dem wunderschönen Darß, dem der Lieblingsmann und ich zusammen mit Freunden einen Besuch abgestattet haben.

Nadine

Südtirol Special Teil I – Rosalpina Dolomites
Südtirol Special Teil II – Wanderung auf der Plose
Südtirol Special Teil III – Geislerspitzen
Südtirol Special Teil IV – Naturhotel Moosmair

Südtirol Special Teil V – Reinbachfälle Sand in Taufers