Gänsebraten mit Apfel-Rotkohl und Thüringer Klößen

Ich weiß, ich weiß, ihr könnt bestimmt keinen Braten mehr sehen! So ging es mir eigentlich auch nach Weihnachten und dem ganzen Fressgelage. Aber da hatte ich nun vom Weihnachtsmann diesen tollen Saftbräter von Le Creuset* geschenkt bekommen, und er schrie förmlich danach benutzt zu werden. Da konnte ich einfach nicht Nein sagen. Und Geduld habe ich sowieso keine. Also haben wir liebe Freunde einen Tag vor Silvester zum Gans-Essen eingeladen. Wir sollen uns jaaa keine Umstände machen, sagten sie noch. Hah, da kennen sie mich aber schlecht. Ich stand von 14 – 19:30 Uhr in der Küche, aber ich sage Euch, es hat sich gelohnt! Dieser Gänsebraten mit Apfel-Rotkohl und Thüringer Klößen war ein Genuss! Das Rezept für die Gans entspricht mit ein paar Änderungen diesem hier und ich sage Euch die Soße ist ein Traum! Als ich die Zwiebel, Äpfel und ein wenig von dem Gänsefett püriert habe, entstand erst mal eine dickflüssige Pampe. Aber mit einem Schuss Rotwein, noch etwas Gänsefett sowie Wasser und Soßenbinder kam letztendlich eine tolle Soße heraus. Wenn man sie probiert, schmeckt sie zwar erst etwas salzig, harmoniert aber perfekt zu dem Fleisch und den Thüringer Klößen. Ja, die Klöße, das war auch noch so ein Ding. Ich hatte mich für dieses Rezept hier entschieden, aber völlig überlesen, dass man die Flüssigkeit mit der so wichtigen Stärke auffangen sollte. Der Lieblingsmann war gerade am Ausdrücken der letzten Portion, als ich schnell noch eine Schüssel drunterstellen konnte. Ich habe dann einfach noch etwas Mehl unter die Kartoffelmasse gerührt. Puh, gerade noch mal gerettet. Der Apfel-Rotkohl ist eine Eigenkreation. Das Quittengelee und der Rotwein geben ihm zum Schluss den besonderen Geschmack.

ZUTATEN GÄNSEBRATEN MIT APFEL-ROTKOHL UND THÜRINGER KLÖßEN (4 PERSONEN):

Gänsebraten:

4 Gänsekeulen oder 2 Gänsekeulen und 1 Gänsebrust
2 große Zwiebeln, geschält und geviertelt
2 Äpfel, geschält, entkernt und geviertelt
1 1/2 TL getrockneter Thymian
1 1/2 TL getrockneter Majoran
1 Tasse Wasser
Salz, Pfeffer
einen Schuss Rotwein
1 EL Soßenbinder für dunkle Soßen
etwas Wasser

Apfel-Rotkohl:

1/2 Kopf Rotkohl (ca. 1 kg)
1 große Zwiebel, geschält und gehackt
2 Äpfel, geschält und gehackt
50 g Schweineschmalz
1 EL Zucker
2 EL Rotweinessig
1 Zimtstange
2 Lorbeerblätter
2 Nelken
2 Wacholderbeeren
Salz
375 ml Wasser
100 – 150 ml trockenen Rotwein
4 – 5 EL Quittengelee (alternativ geht auch Johannisbeer-, Himbeer- oder Apfelgelee)

Thüringer Klöße:

  1,2 kg geschälte Kartoffeln (mehlig kochend)
1 – 2 altbackene Brötchen
1 EL Butter
Salz

ZUBEREITUNG:

Gänsebraten:

Die Gänsekeulen und die Gänsebrust waschen und trocken tupfen. Gut mit Salz und Pfeffer einreiben. Das Wasser in den Bräter geben und die Apfel- und Zwiebelviertel auf dem Boden verteilen. Mit Majoran und Thymian bestreuen. Die Gänsekeulen und die Gänsebrust darauf legen und mit dem Deckel schließen. In dem NICHT vorgeheizten Backofen bei 180 Grad Umluft ca. 3 1/2 Stunden garen. Die letzten 20 Minuten den Deckel entfernen, damit die Haut schön bräunen kann. Den Bräter aus dem Ofen nehmen und die Gänsekeulen und die Gänsebrust im Ofen bei niedriger Temperatur warmhalten. Währenddessen die Zwiebel- und Apfelviertel mit einer Schaumkelle aus dem Bräter nehmen und zusammen mit etwas Gänsefett aus dem Bräter in einen Topf geben und pürieren. Aufkochen lassen, etwas Wasser, Rotwein und Soßenbinder dazugeben, bis eine schöne Soße entsteht.

Apfel-Rotkohl:

 Ich habe den kompletten Rotkohl verarbeitet und den Rest eingefroren. Dafür benötigt man 2 große Töpfe. Die Zutaten oben sind für einen halben Rotkohl, also ca. 1 kg. Die äußeren Blätter sowie den Strunk vom Rotkohl entfernen. Vierteln und waschen. Die Viertel klein hobeln/schneiden. Das Schweineschmalz in einem Topf zerlassen und die Zwiebel- und Apfelstückchen darin andünsten. Den Zucker darüberstreuen und etwas karamellisieren lassen. Das Rotkraut dazugeben und sofort mit dem Rotweinessig übergießen, damit die schöne Farbe erhalten bleibt. Deckel auf den Topf geben und ca. 20 Minuten bei mittlerer Hitze andünsten. Zwischendurch immer mal wieder umrühren. Danach ca. 375 ml Wasser auf den Rotkohl gießen, gut mit Salz würzen und die Lorbeerblätter, Nelken, Wacholderbeeren sowie die Zimtstange dazugeben. Alles gut verrühren. Das Ganze bestimmt 1 Stunde köcheln lassen, bis das Rotkraut weicher geworden ist. Nun mit Rotwein und dem Quittengelee abschmecken und weiter köcheln lassen, bis der Rotkohl gar ist. Der Apfel-Rotkohl hat bei mir bestimmt insgesamt 2 – 2 1/2 Stunden geköchelt.

Thüringer Klöße:

Das/die Brötchen in kleine Stücke schneiden und in der Butter in einer Pfanne goldbraun unter Rühren anrösten (die Hälfte nasche ich immer schon während des Kochens). Beiseitestellen. 1/3 der Kartoffeln klein schneiden und in Salzwasser gar kochen. Währenddessen die restlichen Kartoffeln mit einer Reibe fein reiben. Den Kartoffelabrieb in ein Geschirrtuch geben, zuknoten, durch den Knoten einen Kochlöffel stecken und ausdrücken. Den Löffel benutzen, um den Knoten zum Auswringen zu drehen. Die Flüssigkeit in einer Schüssel auffangen und die Kartoffelstärke absetzen lassen, den Rest der Flüssigkeit abgießen. Die ausgepresste Kartoffelmasse in eine Schüssel geben und mit einer Gabel auflockern und gut salzen. Die gekochten Kartoffeln abgießen und mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken, sodass ein Kartoffelpüree entsteht. Dieses zu der anderen Kartoffelmasse geben, die Kartoffelstärke dazugeben und alles gut verrühren. Den Teig zu 6 Klößen formen und jeweils 3 – 4 Brötchenwürfel in die Mitte stecken. Zwischendurch die Hände immer mal wieder mit kaltem Wasser benetzen. So lassen sich die Klöße besser formen und der Teig bleibt nicht an den Händen kleben. Die Thüringer Klöße in einen großen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser geben, ganz kurz aufkochen lassen und dann bei geringer Wärmezufuhr ca. 20 Minuten ziehen lassen. Mit einer Schaumkelle nacheinander aus dem Wasser nehmen und zusammen mit dem Rotkohl und den Gänsekeulen/der Gänsebrust servieren.

Guten Appetit!

Der Saftbräter hat seine Dienste mit 100%tiger Zufriedenheit erfüllt. Der Trick ist, dass an der Deckelinnenseite kleine Noppen angebracht sind, an denen der Dampf kondensiert und immer wieder auf den Braten tropft. So bleibt der Braten stets saftig und wird nicht trocken. Eine Investition, die sich meiner Meinung nach vollends lohnt. Außerdem bietet Le Creuset 30 Jahre Garantie auf die fehlerfreie und einwandfreie Materialbeschaffenheit. Was will man mehr?!

Nadine

*Affiliatelink

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