Bretagne Special Teil VIII – Manoir de Kerledan

Wisst ihr, was ich gerne mache, wenn es draußen regnet und stürmt? Ich mache es mir auf der Couch mit einer Tasse Tee gemütlich und schwelge in Urlaubserinnerungen. Und da dieses Schiet-Wetter noch lange nicht vorüber zu sein scheint und wir auch noch lange nicht fertig sind mit dem Bretagne Special, gibt es heute das Bretagne Special Teil VIII – Manoir de Kerledan. Als wir die ersten Tage noch in der Villa Christilla weilten, machten wir uns auf die Suche nach einer neuen Unterkunft. Im LE FIGARO MAGAZINE – LES 300 PLUS BELLES CHAMBRES D’HÔTES sind wir auf die Unterkunft von Penny & Peter gestoßen, die mich sofort überwältigt hat! Da müssen wir unbedingt hin, sagte ich zum Lieblingsmann. Trotz, dass sie in den nächsten Tagen nur noch 1 Nacht freihatten, buchten wir diese. Besser eine als keine. Schon am Telefon war Peter überaus sympathisch und sprach perfekt englisch. Kein Wunder, Penny & Peter kommen gebürtig aus England.

Die Fahrt von der Halbinsel Crozon nach Carhaix-Plouguer dauerte nur etwas über eine Stunde. Als wir im Manoir de Kerledan ankamen war ich sprachlos! Die Auffahrt mit einem großen Tor am Eingangsbereich war gesäumt von hohen Bäumen. Nahe des des Hauses spielten 3 Windhunde. Ringsherum nur Felder und Wiesen. Penny begrüßte uns freundlich mit der typisch britischen Zurückhaltung und begleitete uns zum Eingang. Unser Zimmer Amaury Le Roux lag im 1. Stock mit Blick auf das wunderschöne Buchsbaumkunstwerk am Eingang. Dorthin gelangte man durch einen Turm, in dem sich ganz oben auch noch ein Zimmer befand. Im Shabby Chic eingerichtet, fühlte ich mich sofort pudelwohl. Auch das Badezimmer ließ nichts zu wünschen übrig. Dort befand sich eine riesige Dusche, was will man mehr?!

Die komplette Einrichtung des Manoir de Kerledan trägt Penny’s Handschrift. Diese Frau versteht etwas von Einrichtung. Man fühlt sich überall willkommen und wie zu Hause. Der Eingangsbereich lädt mit seinen großzügigen Sitzmöglichkeiten zum Verweilen ein. Der offene Kamin bringt Gemütlichkeit in den Raum. Und der Außenbereich verschlägt einem fast die Sprache. Nach unserer Ankunft bin ich erst einmal in den wunderschön angelegten Garten gegangen. Dort habe ich Peter bei der Gartenarbeit im Gemüsegarten getroffen und er erzählte mir von seiner Arbeit beim Militär. 1 1/2 Jahre verbrachten sie sogar in Hameln in Deutschland.

Vor 13 Jahren kauften sie das Ende des 15. Jahrhunderts erbaute und in den Jahren heruntergekommene Anwesen ohne jegliche Anschlüsse, Heizung etc. zu einem Spottpreis und haben daraus nun ein Idyll geschaffen, wie es kaum schöner sein könnte. Man merkt sofort, dass die Engländer etwas vom Gärtnern verstehen. Der riesige Garten ist in verschiedene Bereiche gegliedert. Es gibt einen Gemüsegarten, einen Rosengarten, eine wilde Wiese, lange, von Hecken eingesäumte Gänge, die an ein Labyrinth erinnern und zwischendurch immer wieder lauschige Plätze zum Verweilen.

Ich glaube man kann sich gut vorstellen, wie viel Schweiß und Arbeit das Ganze gekostet haben muss. Die beiden haben jahrelang geackert und haben sich ein Traum-Anwesen geschaffen, welches nun Lorbeeren trägt. Und das Schöne für uns Gäste ist, dass wir an dem großartigen Ergebnis teilhaben dürfen. Peter fragte uns bei der Buchung, ob wir ein Dinner für den Abend wünschen. Natürlich, wenn Penny für uns kocht, sagen wir doch nicht Nein. Das 3-Gänge-Menu inkl. Aperitif und Kaffee kostete EUR 30,00. Wir durften wählen, ob Fleisch oder Fisch, alles andere war Überraschung. Natürlich konnte man vorher auch noch mitteilen, wenn man bestimmte Sachen gar nicht mag oder an einer Allergie leidet. Eine kleine, aber feine Weinauswahl zu moderaten Preisen offerieren die beiden zu jedem Menu.

Penny fragte uns, ob wir etwas dagegen haben, dass 2 weitere Gäste mit uns speisen. Natürlich nicht! Also fanden wir uns am Abend auf der Terrasse zum Aperitif mit einem anderen Pärchen ein. Die beiden, er ehemaliger Feuerwehrmann, sie Krankenschwester, kamen auch aus England und machten einen Kurzurlaub in der Bretagne. Während Penny das Abendessen vorbereitete, gingen wir in den Speiseraum. Als Vorspeise gab es Melone mit Parmaschinken und Kresse aus dem Garten. Da kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Mag ich sehr gerne. Als Hauptspeise hatten wir, wie auch die anderen Gäste, Fleisch gewählt. Penny zauberte einen Rehbraten mit Rosmarinkartoffeln und Gemüse aus dem Garten auf den Tisch. Sehr sehr lecker! In der Tischmitte stand eine große Platte, wo man sich Nachschlag nehmen konnte.

Über die Nachspeise habe ich mich besonders gefreut. Es stand Schokoladensoufflé mit Vanilleeis auf dem Programm! Als hätte Penny gewusst, dass ich dieses Dessert über alles Liebe. Auch das war toll! Wir waren rundum zufrieden. Während des Essens haben wir uns sehr nett mit den beiden Engländern unterhalten. Erst noch etwas verhalten tauten sie nach und nach auf. Und sie waren immer wieder erstaunt, wie gut wir englisch sprechen können. Naja…. Die meisten Engländer können wohl nur englisch und keine weitere Fremdsprache. Lästern ist da nicht angesagt. Fast jeder versteht sie. Da haben wir ja doch schon einen kleinen Vorteil, obwohl es natürlich einfacher wäre, in einem Land mit der Weltsprache Englisch groß geworden zu sein. Aber wer will schon einfach?!

An dem Abend haben wir auch noch erfahren, dass Carhaix-Plouguer seit 1991 Veranstaltungsort für das 4-tägige Musikfestival Festival des Vieilles Charrues ist, bei dem es sich um das größte französische Musikfestival mit rund 240.000 Besuchern handelt. Größen wie Elton John und Bruce Springsteen sind dort schon aufgetreten. Das Festival findet jährlich am 3. Wochenende im Juli statt und ist gleich um die Ecke vom Manoir de Kerledan.

Nachdem wir wunderbar geschlafen hatten, freute ich mich schon sehr aufs Frühstück! Dieses war bei Weitem nicht so opulent wie im Château Domaine de Moulin Mer, aber dafür waren die Zutaten besonders lecker. Es gab Baguette und Krustenbrot, vielleicht sogar das Beste, was wir während unserer Frankreichreise hatten, superfrisch mit knuspriger Kruste. Als Belag standen zur Auswahl 3 leckere Marmeladen, Schinken und Käse. Außerdem gab es von Penny oberleckeres selbst gemachtes Müsli mit eingelegten Früchten (Brombeeren, Johannisbeeren und Birnen), dazu Joghurt. Für das Müsli hat mir Penny noch das Rezept mitgegeben. Muss ich euch unbedingt bald mal vorstellen. Manchmal braucht es gar nicht viel, um mich glücklich zu machen. Wenn die wenigen Zutaten gut sind, bin ich vollkommen zufrieden. Schade, dass wir nur eine Nacht hier bleiben konnten. Hier hätte ich mir gut vorstellen können länger zu verweilen. Aber in Saint-Philibert wartete man schon auf uns. Also geht es wieder Richtung Westküste an die Bucht von Quiberon. Dazu aber mehr beim nächsten Bretagne Special!

Und was macht ihr so bei der trüben Aussicht da draußen? Mir hat es gerade wirklich sehr geholfen in Urlaubserinnerungen zu schwelgen.

Nadine

Hier geht’s zum Bretagne-Special Teil I.

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